Dienstag, 29. September 2009

Naturschutzgebiet Hinterzartener Moor




Das Naturschutzgebiet Hinterzartener Moor hat eine Größe von 82 Hektar. Es befindet sich in einer Höhe von 890 Meter ü NN unmittelbar nördlich von Hinterzarten im Südschwarzwald. Das Hinterzartener Moor gilt als der größte Moorkomplex des Schwarzwalds und als eines der besterhaltenen Moore in Mitteleuropa.

Das Moor befindet sich im Bereich einer Wasserscheide. Nach Westen fließt der Höllenbach in Richtung des tief sich einschneidenden Höllentals und weiter in Richtung Rhein. Nach Osten fließt die Gutach und die sich anschließende Wutach, die später ebenfalls in den Rhein mündet. Vor ca. 10000 Jahren war hier sogar die europäische Wasserscheide Rhein - Donau, bevor die von Süden her vordringende Wutach die sogenannte Feldbergdonau bei Blumberg anzapfte und umlenkte.

Das Hinterzartener Moor bildete sich nach der letzten Eiszeit, als ein vom Feldberg kommender Gletscher abtaute und verschiedene Becken mit randlichen Moränenwällen hinterließ. Wie fast alle Moore ist auch das Hinterzartener Moor durch Aktivitäten des Menschen wie z.B. Torfabbau oder Trockenlegung mehr oder weniger gestört. Erst in den letzten Jahrzehnten konnte sich die Natur langsam wieder erholen. Bis alle Spuren des Menschen beseitigt sein werden, wird freilich Jahrhunderte dauern.

Der gesamte Moorkörper kann in ein im westlichen Teil gelegenes Zwischenmoor und ein im östlichen Teil gelegenes Hochmoor unterteilt werden. Ein Hochmoor liegt dann vor, wenn die Torfdicke so groß geworden ist, dass die Pflanzen im Moor keine Verbindung mehr zum mineralischen Untergrund haben und sich somit nur noch vom Regenwasser und von der Luft ernähren müssen. Von einem Zwischenmoor spricht man, wenn aus den Randbereichen des Moors in geringem Maße mineralhaltiges Grund und Oberflächenwasser in das Moor einfließen kann.

Man kann auf verschiedenen Wegen durch das Moor und um das Moor herumgehen. Der Bahnhof von Hinterzarten ist ein idealer Ausgangspunkt für diese Spaziergänge. Beim Bahnhof befinden sich auch große Parkplätze. Das Markierungszeichen aller Wege in der Nähe des Moors ist die gelbe Raute. Der Moorquerweg durch das Moor startet 0,4 Kilometer östlich des Bahnhofs unmittelbar beim Bahnübergang. Nach 0,6 Kilometer hat man das nördliche Ende des Moors erreicht.

Eine Rundwanderung von 2,4 Kilometer Länge umrundet den westlichen Teil des Moors. Der Hinweg verläuft über den Moorquerweg, der Rückweg umrundet das Moor auf der westlichen Seite. Es führt östlich des Moorquerwegs ein weiterer Weg durch das Moor, jedoch im wesentlichen durch trockengelegte Bereiche. Folgt man diesem Weg und wählt als Rückweg ebenfalls die Umrundung des Moors auf der westlichen Seite, hat man eine Rundwanderung von 3,6 Kilometern gemacht.

Nördlich des Moors verläuft die stark auch von Lkw befahrene B 31. Ihr Lärm beschallt leider teilweise das Moor. Es gibt eine Fußgängerbrücke über die B 31, von der aus man die Verebnungsfläche des Moors gut sehen kann. Um auf die Brücke zu gelangen, folgt man der Beschilderung "Lafette". Der östliche Moorteil mit dem Hochmoor ist nicht zugänglich.

Blick vom Moorquerweg auf das westliche Zwischenmoor des Hinterzartener Moorkomplexes
 

Durch den langsam steigenden Wasserspiegel im Hinterzartener Moor in Folge der Rückgängigmachung menschlicher Eingriffe aus der Vergangenheit sterben diese Moorfichten ab.

Torfmoose sind wichtige Wasserspeicher, sie nehmen das bis zu 25fache ihres Gewichts an Wasser auf.

Der Moorquerweg führt im zentralen Teil (im Hintergrund) auf einem Holzsteg durch das Hinterzartener Moor.

Der Morgentau im HInterzartener Moor lässt die am Boden gespannten Spinnweben besonders deutlich werden.

Am nördlichen Rand des Hinterzartener Moors gibt es einzelne Feuchtwiesen.

Von einer Anhöhe nördlich des Hinterzartener Moors blickt man auf die Verebnungsfläche des Moors im Bereich der Wasserscheide bei Hinterzarten.


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