Montag, 5. Oktober 2009

Naturschutzgebiet Rotmeer bei Feldberg Bärental


Das Naturschutzgebiet Rotmeer mit einer Größe von 46 Hektar wurde im Jahr 1995 verordnet. Es gehört somit zu den jüngeren Naturschutzgebieten im Land. Das Gebiet befindet sich im Südschwarzwald unmittelbar südlich des Orts Feldberg-Bärental. Die Eisenbahnlinie Titisee-Schluchsee-Seebruck (Drei-Seen-Bahn) führt mitten durch das Gebiet hindurch.

Die im Gebiet vorhandenen Hochmoore verdanken ihre Entstehung einem früheren See, der nach dem Ende der letzten Eiszeit verlandete. Die Hochmoorgesellschaften umfassen die Bergkiefer (Spirke), verschiedene Heidekrautgewächse sowie das Scheidige Wollgras. Dort wo es besonders nass ist, wachsen keine Bäume mehr. Statt dessen breiten sich hier die seltenen Torfmoose aus.

Auf den trockeneren Böden in der Umgebung des Moors wächst ein reiner Fichtenwald. Der Fichtenwald kommt auf diesen hochmontanen Standorten natürlich vor und ist nicht, wie sonst vielfach im Schwarzwald anzutreffen, vom Menschen angepflanzt worden.

Man kann das Gebiet von Süden, von Altglashütten, oder von Norden, von Bärental her erreichen. Vom Bahnhof Bärental erreicht man mit der Markierung gelbe Raute in einem Kilometer den Punkt "Römerweg". Dort folgt man dem Wegweiser Hinterfalkau 2,0 Kilometer. Man hält sich in Richtung Eisenbahnlinie und unterquert den Bahnkörper mit einer Unterführung. Auf der Westseite der Bahnlinie befinden sich die Moore. Von Altglashütten erreicht man ebenfalls mit der gelben Raute den westlichen Teil des Gebiets.

Kommentar
Als ich im September dieses Jahres dem Gebiet einen Besuch abstattete, habe ich mich gewundert. An keiner einzigen Stelle am Rand des Naturschutzgebiets war ein Schild vorhanden, das das Naturschutzgebiet bezeichnete. Weiterführende Informationen für die Besucher waren erst Recht nicht zu finden. Ist dieses Naturschutzgebiet eine Geheimsache? Das Landesnaturschutzgesetz BaWü schreibt vor, dass Naturschutzgebiete vor Ort beschildert werden müssen. Wie sonst sollen die Besucher des Gebiets über ihre Rechte und Pflichten informiert werden?

In der Verordnung zum Naturschutzgebiet ist es zum Beispiel verboten, die offiziellen Wege zu verlassen und querwaldein durch das Moor zu gehen. Dieses Verhalten schadet der empfindlichen Moorvegetation massiv. Vor Ort kann man durchaus den einen oder anderen Trampelpfad im Moor beobachten. Dieses Verhalten kann man den Besuchern nicht einmal übel nehmen. Denn die Besucher, die nicht zufällig eine genaue topographische Karte dabei haben, wissen nichts über das Schutzgebiet.

Baden-Württemberg hat so viele Naturschutzgebiete wie kaum ein anderes Bundesland. Jedoch sind die Gebiete in Baden-Württemberg überdurchschnittlich klein. Übersteigt der Aufwand der Beschilderung und Besucherinformation, der mit diesen vielen kleinen Schutzgebieten verbunden ist, inzwischen das zur Verfügung stehende Budget? Falls ja, müsste man radikal umdenken. Nicht mehr viele kleine, sondern wenige große Wildnisgebiete, die nichts kosten, wären dann das Gebot der Stunde. Was sagt das zuständige RP Freiburg dazu?

Im Hochschwarzwald auf der Wasserscheide zwischen dem Seebachtal im Norden und dem Haslachtal im Süden befindet sich auf einer Höhe von 960 bis 990 m ü NN das Naturschutzgebiet Rotmeer.
 
Flachmoorkomplexe sowie das Moor umgebende Wälder zeichnen das Naturschutzgebiet Rotmeer aus.

Im westlichen Teil des Naturschutzgebiets Rotmeer gibt es von Natur aus waldreie Flächen.

Die Baumbestockung im Naturschutzgebiet Rotmeer macht teilweise einen skandinavischen Eindruck.

Hier wurde ein früherer Forstweg durch eine Schicht Reisig ungangbar gemacht.

Außerhalb der Moorbereiche umfasst das Naturschutzgebiet Rotmeer auch typische hochmontane Nadelwälder.

Diese Wälder zeichnen sich durch eine dichte Krautschicht aus.

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