Donnerstag, 11. Februar 2010

Bannwald Waldmoor-Torfstich




Im Post vom 24.01.2010 in diesem Blog habe ich den Anfang der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts bereits einmal geplanten Nationalpark Nordschwarzwald angesprochen. Und in einer der Varianten für die Gebietskulisse des Nationalparks wäre der Bannwald Waldmoor-Torfstich das Kerngebiet einer von drei Zonen des Nationalparks gewesen.

Der Nationalpark Nordschwarzwald wäre kein zusammenhängendes Gebiet gewesen. Vielmehr hätte er sich auf drei Regionen aufgeteilt. Das größte Teilgebiet wäre auf dem Höhenzug zwischen dem Oberrheingraben und dem Murgtal gewesen, ein weiteres Teilgebiet hätte sich auf dem Höhenrücken zwischen dem Murgtal und dem Enztal erstreckt und ein drittes Gebiet war auf der Platte zwischen dem Enztal und dem Nagoldtal geplant mit dem Gebiet des Bannwalds Waldmoor-Torfstich als Zentrum.

Nun ließ sich der Nationalpark Nordschwarzwald bekanntlich erst einmal nicht durchsetzen. Damit müssen wir uns bis auf weiteres mit kleineren und kleinsten Schutzgebieten im Nordschwarzwald begnügen. Der Bannwald Waldmoor-Torfstich ist eines davon. Das Gebiet hat eine Größe von 66 Hektar und wurde im Jahr 1970 ausgewiesen. Im Jahr 1998 wurde der Bannwald vergrößert und gemäß Landeswaldgesetz verordnet. Der Bannwald befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Oberreichenbach im Landkreis Calw in der Mitte des Höhenrückens zwischen dem Enztal im Westen und dem Nagoldtal im Osten. Dieses Gebiet gehört zum Naturraum "Schwarzwald-Randplatten".

Der Bannwald befindet sich nur ca. 1 Kilometer Luftlinie von der Bundesstraße B 296 entfernt, die das Enztal bei Calmbach mit dem Nagoldtal bei Calw verbindet. Damit ist ein Besuch des Bannwalds relativ einfach möglich. Westlich von Oberreichenbach erreicht die B 296 ihren höchsten Punkt bei der Kreuzung Oberreichenbach / Sportplatz. Dort befinden sich Parkmöglichkeiten. Mit der gelben Raute des Schwarzwaldvereins geht man in Richtung Südwesten in den Wald und folgt der Forststraße bis zur Wegkreuzung "Kohlhütte". Dort wendet man sich nach links und erreicht nach einigen hundert Metern den Beginn des Bannwalds.

Ein Rundweg führt durch den Bannwald hindurch. Der Verlauf des Rundwegs ist auf der Informationstafel zu sehen. Der Rundweg ist jedoch nicht beschildert, so dass ein gewisser Orientierungssinn erforderlich ist. Für den Rundweg ist gutes Schuhwerk erforderlich. Bei Schneebedeckung sollte man den Rundweg nicht gehen. Am Rand des Moors hat man angesichts der Stille und der plötzlichen Weite skandinavische Eindrücke. Was für ein Kontrast zu den wirtschaftlich genutzten Wäldern! 

Die Karte zeigt die Grenzen des Naturschutzgebiets (rote Linie) und des Bannwalds Waldmoor-Torfstich (grüne Linie). Die rot gestrichelte Linie kennzeichnet den Verlauf des Rundwegs.
  
Am Beginn des Rundwegs durch den Bannwald Waldmoor-Torfstich informiert eine Tafel über den Bannwald.

Hier war schon seit längerer Zeit keine Axt oder Motorsäge mehr im Einsatz.

Im Zentrum des Bannwalds Waldmoor-Torfstich befindet sich ein kleines Moor mit waldfreien Flächen.

Die Fichten sind sogenannte Flachwurzler. Sie werden vom Sturm relativ schnell umgelegt.

Dieser prächtige Baum kann noch Jahrzehnte leben.

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