Freitag, 12. März 2010

10 Jahre Naturpark Schwarzwald Mitte / Nord

Im Jahr 2010 wird der Naturpark Schwarzwald Mitte / Nord 10 Jahre alt. Das war für die Geschäftsführung des Naturparks jetzt Anlass zurückzublicken, aber auch, den Blick nach vorne zu richten.

Ich habe mir seinerzeit von der Gründung des Naturparks Schwarzwald Mitte / Nord nicht allzu viel versprochen. Im Jahr 2000 war immer noch die Enttäuschung gegenwärtig, dass der Anfang der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts geplante Nationalpark Nordschwarzwald nicht umgesetzt werden konnte.

Der Naturpark Schwarzwald Mitte / Nord ist mit einer Größe von 3.750 km² der größte Naturpark Deutschlands. Auch diese Zahl sah ich mit Skepsis. Ging hier Masse vor Klasse?

Eine Äußerung der Geschäftsführung zur Zukunft des Naturparks lässt nun aufhorchen. In einer Broschüre über die ersten 10 Jahre des Naturparks heißt es wörtlich: "Der Wildnis gehört die Zukunft - auch touristisch. Der Naturpark setzt sich dafür ein, dass unter seinem Dach weitere Wildnisangebote entstehen." Da kann man dem Naturpark nur viel Glück wünschen. Vielleicht gelingt es in den kommenden Jahren, sich auf eine langsame, evolutionäre Weise doch dem Thema Wildnis und Prozessschutz und damit vielleicht irgendwann einem Nationalpark-Kerngebiet von 100 km² (Mindestgröße Nationalpark) zu nähern.

Die Geschäftsführung des Naturparks hat sich bestimmt nicht ohne Grund mit dem Wildnis-Thema beschäftigt. Denn die bestehenden touristischen Wildnis-Angebote, z.B. der Lothar-Pfad an der Schwarzwaldhochstraße oder der Wildnispfad im Stadtwald von Baden Baden erfreuen sich ungeheurer Beliebtheit. Das schreit förmlich nach einem weiteren Ausbau.

Im Nordschwarzwald gibt es heute bereits die anteilig größte Fläche an Bannwäldern (Wildnis) in Baden-Württemberg. Auch wenn bei der Neuausweisung von Bannwäldern in BW in den letzten zwei Jahren ein merkwürdiger Stillstand eingetreten ist, bestehen trotzdem Chancen auf mehr Wildnis im Nordschwarzwald in der Zukunft. So befinden sich die genannten beiden Pfade gar nicht innerhalb von Bannwaldern. Der Lotharpfad befindet sich in einem Schonwald, wo im Bereich des Pfads die umgestürzten Bäume einfach liegengelassen wurden. Der Wildnispfad befindet sich im Stadtwald von Baden Baden, ohne dass dieses Gebiet als Schutzgebiet ausgewiesen wäre.

Was hindert die anderen Gemeinden im Nordschwarzwald daran, auf ihrem Gebiet ebenfalls Wildnisflächen auszuweisen? Vielleicht gelingt eines Tages sogar ein Wildnisverbund, der mittels Grünbrücken und Tunnels selbst über bestehende Straßen hinweggeht. Wenn es dann mal soweit ist, steht dem Ansturm von Touristen aus aller Welt nichts mehr im Wege!

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