Samstag, 24. April 2010

Der Titisee (Teil 1)


Mit dem Titisee, dem größten natürlichen See im Schwarzwald, wollen wir uns unter zwei unterschiedlichen Blickwinkeln befassen. 

Im heutigen Post in diesem Blog geht es um den See als solchen. Im folgenden Post in diesem Blog geht es um den aktuellen Zustand des Sees. Hierbei gibt es dann auch einige (konstruktive) Kritik.

Mit einer Seefläche von 1,1 km² und einer größten Tiefe von 46 m ist der Titisee der größte natürliche und wahrscheinlich auch der bekannteste See des Schwarzwalds. Nur der Schluchsee ist noch größer. Jedoch wurde der Schluchsee erst durch die künstliche Stauung auf seine heutige Größe gebracht.

Der Titisee verdankt seine Entstehung der letzten Eiszeit. Ein vom Feldberg kommender Gletscher hat das Becken des heutigen Sees ausgehobelt. Nach dem Abtauen des Eises füllte sich das abflusslose Becken mit Wasser.

Der Hauptzufluss zum Titisee ist der Seebach, der aus dem Feldsee unterhalb des Feldbergs kommt. Der Abfluss des Titisees heißt Gutach. Später ändert sich der Name in Wutach. Die Wutach mündet in den Rhein. Bemerkenswert sind die Himmelsrichtungen, die das aus dem Titisee abfließende Wasser nimmt. Zunächst fließt es mit der Gutach und der Wutach nach Osten. Dann knickt die Wutach nach Süden ab. Der Hochrhein fließt nach Westen und der Oberrhein schließlich nach Norden.

Starke Änderungen der Abflusshimmelsrichtung, wie sie beim System Seebach - Titisee - Gutach - Wutach - Rhein bestehen, deuten stets auf dramatische Ereignisse der Erdgeschichte hin. Tatsächlich hat sich an diesem Flusssystem vor ca. 10.000 Jahren die bedeutendste Änderung des Abflussregimens vollzogen, die für Baden-Württemberg und wahrscheinlich für ganz Deutschland bekannt ist.

Noch am Ende der letzten Eiszeit floss das vom Feldberg kommende Wasser in geradem Verlauf in Richtung Osten zur Donau. Dann hat sich das tiefergelegene Rheinsystem von Süden her immer weiter in Richtung Urdonau vorgearbeitet. Eines Tages wurde die Urdonau im Bereich Blumberg von Süden her von der Wutach, einem neuen Seitenfluss des Rheins, angezapft. Plötzlich flossen die Wasser vom Feldberg und vom gerade entstandenen Titisee nicht mehr in die Donau, sondern bei Blumberg nach Süden zum Rhein.
Menschen mag es damals in der Gegend bereits gegeben haben. Ob sie dieses erdgeschichtliche Ereignis mitverfolgten? Wie mag es sich im Detail zugetragen haben?

Der Titisee befindet sich im Südschwarzwald. Der See liegt überaus verkehrsgünstig direkt an der wichtigsten West-Ost-Verkehrsader des Schwarzwalds. Dies sind die Bundesstraße 31 Freiburg - Donaueschingen sowie die Bahnlinie Freiburg - Donaueschingen - Ulm. Im Ort Titisee befinden sich große Parkplätze. Vom Bahnhof Titisee geht man nur ca. 10 Minuten bis zum See. Auf dem See kann man eine Rundfahrt mit dem Schiff unternehmen sowie mit Ruder- und Tretbooten fahren. Auf dem Titisee-Rundweg kann man in 1,5 bis 2 Stunden den See umrunden.

Der Titisee an einem warmen Wintertag - Die Seefläche ist gefroren, das Eis ist jedoch nicht tragfähig.
Der Ort Titisee mit der charakteristischen Kirche befindet sich am Nordufer des Titisees, des größten natürlichen Sees im Schwarzwald.
Die Wasser des Titisees stammen teilweise vom Feldberg, dem höchsten Schwarzwaldberg. Der Feldberg ist auf dem Bild mit seiner Schneebedeckung im Hintergrund gerade noch sichtbar.

Das aus dem Titisee entspringende Flüsschen Gutach fließt auf dem Bild nach hinten zunächst in Richtung Osten.
Der Seebach fließt kurz vor der Mündung in den Titisee durch ein Naturschutzgebiet.
Direkt im Osten des Titisees erhebt sich der 1190 Meter hohe Hochfirst, von dessen Gipfelturm man eine umfassende Rundsicht auf weite Teile des Südschwarzwalds bis zu den Alpen genießt.
Blick vom See aus auf das noch weitgehend naturbelassene Südwestufer des Titisees

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