Donnerstag, 23. Juni 2011

Bannwald Schnepfenmoos bei Bad Rippoldsau-Schapbach


Nur 16 Tage vor dem Jahrhundertorkan Lothar wurde am 10. Dezember 1999 der Bannwald Schnepfenmoos verordnet. Größere Schäden richtete Lothar im Bannwald Schnepfenmoos nicht an. Denn das Gebiet des Bannwalds wurde bereits einige Jahre vorher durch die ebenfalls als Jahrhundertorkane bezeichneten Stürme Vivian und Wibke schwer heimgesucht. Diese beiden Stürme rissen Anfang der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts fast alle Bäume im oberen Bereich des heutigen Bannwalds Schnepfenmoos um. Und diese Zerstörungen waren der Anlass, das Gebiet als Bannwald auszuweisen. Man wollte untersuchen, wie sich die Wiederbewaldung des Gebiets ohne menschliches Zutun vollzieht.

Der Bannwald Schnepfenmoos hat eine Größe von 43 Hektar. Er erstreckt sich zwischen dem obersten Renchtal bei Bad Peterstal und dem obersten Wolftal bei Bad Rippoldsau nordöstlich der Lettstädter Höhe. Die Westgrenze des Bannwalds befindet sich auf dem Hauptkamm des Schwarzwalds.

Der Bannwald Schnepfenmoos gehört heute zu den wenig spektakulären Waldschutzgebieten in Baden-Württemberg. Informationen für Besucher sind bis auf die obligatorischen Schilder an den Grenzen des Bannwalds nicht vorhanden. Die seit den Zerstörungen durch Vivian und Wibke nachgewachsenen Bäume haben bereits eine beträchtliche Höhe erreicht. Der Baumbewuchs ist zum größten Teil so dicht, dass man vom Rand aus kaum ein paar Dutzend Meter in den Bannwald hineinsehen kann. Nur im tiefergelegenen Bereich des Bannwalds auf der Wolftalseite findet man teilweise ältere Baumbestände mit Totholzanteilen.

Der Bannwald Schnepfenmoos ist ein gutes Anschauungsbeispiel gerade in der jüngst wiederaufgeflammten Debatte um mehr Waldwildnis und einen ersten Nationalpark in Baden-Württemberg. Der Bannwald Schnepfenmoos zeigt, dass das Horrorszenario großflächig abgestorbener Baumbestände als Folge einer Wildnisausweisung nicht zutrifft.

Die amtlichen Schilder weisen auf den Bannwald Schnepfenmoos hin, weitere Informationen für Besucher sind nicht vorhanden.
Im Teil des Bannwalds Schnepfenmoos, der auf der Hangseite des Wolftals liegt, haben die Stürme Vivian und Wibke viele Bäume stehen lassen. Diese Altbäume, vor allem Fichten, sind gerade im Absterben begriffen.
Auf der Kammhöhe ist der Jungwald inzwischen so dicht nachgewachsen, dass ein Betreten des Bannwalds unmöglich geworden ist.
Noch bestehende Baumlücken im Bannwald Schnepfenmoos sind mit einem dichten Teppich aus Farnen bedeckt.
Abgestorbener Baum mit Spechthöhlen im Bannwald Schnepfenmoos
Der Bannwald Schnepfenmoos ist mehrere Kilometer von jeglicher Straße entfernt. Der Westweg, der bekannteste Fernwanderweg des Schwarzwaldvereins, sowie der nagelneue Renchtalsteig führen direkt am Bannwald vorbei.

Ein möglicher Ausgangspunkt ist die Alexanderschanze, eine Straßeneinmündung bei Freudenstadt-Kniebis. Von dort folgt man der Beschilderung des Westwegs nach Süden und gelangt nach 6,3 Kilometern zum Wanderwegweiserpunkt Schnepfenmoos. Bereits einige hundert Meter vor diesem Punkt beginnt auf der linken Wegseite der Bannwald, ersichtlich an Hand der Beschilderung.

Ein weiterer Ausgangspunkt ist der Bergpass Freiersberg an der Straße vom Renchtal ins Wolftal. Auch vom Freiersberg folgt man dem Westweg und gelangt in Richtung Norden nach 3,8 Kilometern zum Wanderwegweiserpunkt Schnepfenmoos.

Ein dritter Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz für den Glaswaldsee, den man vom Wolftal zwischen Bad Rippoldsau und Schapbach aus erreicht. Von dort geht man zunächst zum Glaswaldsee und dann weiter hinauf zur See Ebene (2,0 Kilometer ab Parkplatz). Dort trifft man auf den Westweg und folgt ihm in Richtung Norden. Nach 2,5 Kilometern ab See Ebene kommt man zum Punkt Schnepfenmoos.  

Nördlich vom Punkt Schnepfenmoos führt der Westweg mehrere hundert Meter an der oberen Grenze des Bannwalds entlang. Man kann vom Punkt Schnepfenmoos auch der Markierung gelbe Raute in Richtung Heidenstadt folgen. Nach wenigen hundert Metern nimmt man den ersten nach links abwärts führenden Weg (ohne Bezeichnung). Links des Wegs ist der Bannwald. Dieser Weg mündet in einen Forstweg. Folgt man dem Forstweg nach links, geht man an der unteren Grenze des Bannwalds entlang.  

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