Dienstag, 20. November 2012

Der Biberkessel bei der Hornisgrinde (Teil 1)

Der große und der kleine Biberkessel gelten als die eindrucksvollsten Karbildungen des Nordschwarzwalds. Diese Relikte der Eiszeit befinden sich am Osthang der Hornisgrinde, des höchsten Bergs im Nordschwarzwald.

Ein Besuch der beiden Biberkessel lohnt sich der Kontraste wegen. Während das Gipfelplateau der Hornisgrinde an schönen Tagen von Besuchern förmlich gestürmt wird, ist es in den Biberkesseln immer ruhig. Das kommt allerdings nicht von ungefähr. Denn ein Besuch der beiden Biberkessel ist mit Anstrengungen verbunden. Auch ist ein gewisses pfadfinderisches Geschick erforderlich. 

Im heutigen Post in diesem Blog besuchen wir den nördlichen der beiden Biberkessel. Er wird auch Kleiner Biberkessel genannt. Im folgenden Post in diesem Blog ist dann der Große Biberkessel an der Reihe.


Die beiden Biberkessel sind Bestandteil des Naturschutzgebiets Hornisgrinde-Biberkessel. Dieses 1992 ausgewiesene Naturschutzgebiet hat eine Größe von 95 Hektar. Die schon vor vielen Jahren angekündigte Erweiterung des Naturschutzgebiets um die bis vor wenigen Jahren noch militärisch genutzten Teile des Hornisgrindegipfels ist bis heute nicht vollzogen worden. Der Wald in den Biberkesseln ist als Schonwald ausgewiesen. Teilweise wird der Wald bereits gar nicht mehr genutzt - wie in einem Bannwald. Auf der Hochfläche der Hornisgrinde findet man tatsächlich auch ein Schild für einen Bannwald. So ganz klar ist es zur Zeit nicht, was hier die Forstverwaltung wirklich vorhat. 

Bei einem Besuch des Kleinen Biberkessels wird man jedoch schnell feststellen, dass augenscheinlich die Besucher vom zentralen Teil des Kars ferngehalten werden sollen. Es wurden Wege gesperrt, wobei die Sperrung nicht nur durch Schilder verdeutlicht ist, sondern durch Holzsperren massiv umgesetzt ist. Diese Sperrungen sollte man selbstverständlich respektieren und man respektiert das umso leichter, je mehr man den Eindruck hat, dass auch die Forstverwaltung im gesperrten Gebiet keine weiteren Veränderungen mehr vornimmt.

Wie kommt man hin?
Ausgangspunkt ist Unterstmatt an der Schwarzwaldhochstraße (B 500), auch Bushaltestelle. Von dort folgt man dem Westweg, dem bekanntesten Fernwanderweg des Schwarzwaldvereins, bis zum Gasthaus Ochsenstall (ca. 1,7 Kilometer). Vom Ochsenstall folgt man einige Meter weiter dem Westweg, bis dieser nach rechts abzweigt und zur Hornisgrinde ansteigt. Bei dieser Abzweigung bleibt man auf dem Forstweg und geht geradeaus weiter. Nach einiger Zeit macht der Forstweg eine Rechtsbiegung. Nun befindet man sich am nördlichen Rand des Biberkessels. (Entfernung vom Ochsenstall ca. 700 Meter).

Im Gebiet unterwegs
Am nördlichen Rand des Biberkessels gibt es eine mehrfache Wegverzweigung. Der nach rechts aufwärts führende Weg interessiert hier nicht. Ansonsten verzweigt sich der Forstweg in zwei Äste. Beide Äste führen weiter in den Kleinen Biberkessel hinein, beide Äste sind Sackgassen und beide Äste sind lohnend. 

Nimmt man den halbrechten (oberen ) Wegast, kommt man an vermoorten Flächen vorbei bis zu einer massiven Abschrankung, die den Weiterweg in den zentralen Kleinen Biberkessel blockiert.

Nimmt man den halblinken (unteren) Wegast kommt man ebenfalls an ein Wegende. Dort befindet sich ein Hochstand für Jäger. Der Wald in der Umgebung wurde aufgelichtet. Ein Weiterweg in den zentralen Teil des Kleinen Biberkessels ist auch hier nicht möglich, ohne dass es einer Absperrung bedarf.   

Blick von der Hochfläche der Hornisgrinde hinab auf den Kleinen Biberkessel: man sieht hier die Auflichtungsfläche, die forstwirtschaftlich bearbeitet worden ist. Rechts (südlich) dieser Fläche beginnt der zentrale Teil des Kleinen Biberkessels. Dieser Teil ist seit einiger Zeit für Besucher gesperrt.
Blockhalde am Nordrand des Kleinen Biberkessels
Eine von mehreren vermoorten Flächen im Kleinen Biberkessel
Die steile Karwand des Kleinen Biberkessels am Osthang der Hornisgrinde mit dem Fernsehturm Hornisgrinde auf der Hochfläche des Berges
"Bis hierher und nicht weiter": gesperrter Weg im Kleinen Biberkessel
Im nördlichen - zugänglichen - Teil des Kleinen Biberkessels wurde der Wald ausgedünnt. Hat dies naturschutzfachliche Gründe? Ist dies ein Waldumbau? Soll hier wieder eine Vermoorung entstehen? 
   

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