Montag, 2. Februar 2015

Biosphärengebiet Südschwarzwald soll ca. 63.000 Hektar Fläche umfassen

26 Gemeinden wollen am zukünftigen Biosphärengebiet Südschwarzwald teilhaben. Die Gebietskulisse ist auf eine Fläche von 62.792 Hektar angestiegen. Das haben der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Alexander Bonde und die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer bei einem Pressegespräch am 21. Januar 2015 mitgeteilt.

Während der ersten drei Jahre des Bestehens des Biosphärengebiets will das Land BW die gesamten Kosten für das Personal und die Geschäftsstelle des neuen Schutzgebiets tragen. Zudem stellt das Land ab Gründung des Biosphärengebiets jährlich 500.000 Euro zur Verfügung, bei Bedarf auch mehr. Nach dem Ablauf der ersten drei Jahre trägt das Land 70 Prozent der Gesamtkosten - wie das auch beim bereits bestehenden Biosphärengebiet Schwäbische Alb der Fall ist.


Demnächst will das Land in das förmliche Verfahren zur Ausweisung des neuen Biosphärengebiets eintreten. Zudem soll eine Vereinbarung über die Strukturen der Zusammenarbeit im Biosphärengebiet Südschwarzwald mit der kommunalen Seite ausgearbeitet werden. Auch diesbezüglich ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb Vorbild.

Kommentar
Interessant unter naturschutzfachlicher Sicht werden vor allem die Kernzonen des Biosphärengebiets ein. Gemäß den Vorgaben des MAB-Programms der Unesco müssen die Kernzonen mindestens 3 Prozent der Fläche des Biosphärengebiets umfassen. Gemäß den Vorgaben des deutschen Biosphärenreservats-Kommittees darf in den Kernzonen keine wirtschaftliche Nutzung stattfinden. Eine Kernzone eines Biosphärengebiets entspricht somit in ihrer Schutzwirkung einem baden-württembergischen Bannwald bzw. einem Naturschutzgebiet, dessen Verordnungstext wirtschaftliche Maßnahmen oder auch nur Pflegemaßnahmen verbietet.

Die Gesamtfläche der Kernzonen muss bei der jetzt gegebenen Flächengröße im Biosphärengebiet Südschwarzwald mindestens 1.883,76 Hektar betragen. Die Kernzonen sollen gemäß der Ankündigung von Land BW und Regierungspräsidium Freiburg ausschließlich aus Staats- und Kommunalwald bestehen. Zudem sollen hierfür in erster Linie Flächen herangezogen werden, die bereits seit längerer Zeit unter Schutz stehen (also Bannwälder).

Jedoch wird die Fläche der im Gebiet bestehenden Bannwälder nicht ausreichen, um eine genügend große Kernzonenfläche zu erhalten. Es werden deshalb zusätzliche Flächen als Kernzone ausgewiesen werden müssen. Man darf gespannt sein, welche Flächen im Südschwarzwald als neue zukünftige Wildnisflächen ausgewiesen werden.  

Siehe auch:
Bereits 16 Gemeinden für Biosphärengebiet Südschwarzwald im Post vom 13.09.2014 in diesem Blog
Biosphärengebiet im Südschwarzwald geplant im Post vom 22.11.2010

   
   

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