Freitag, 10. Juli 2015

Der Wald beim Luchspfad in der Kernzone Plättig des Nationalparks Schwarzwald

In den beiden vorangegangenen Posts in diesem Blog ging es um den Luchspfad, einen Lehr- und Erlebnispfad beim Plättig an der Schwarzwaldhochstraße auf dem Gebiet der Stadt Baden-Baden. Seit dem 01.01.2014 ist das Gebiet, durch das der Luchspfad führt, Teil des Nationalparks Schwarzwald.

Im heutigen Post soll der Wald im Bereich des Luchspfads das Thema sein. Ein Teil des Waldgebiets, durch das der Luchspfad sowie der benachbarte Wildnispfad führen, wurde vom Jahrhundertorkan Lothar am Zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Stadt Baden-Baden hat sich daraufhin entschlossen, in diesem Gebiet alles so zu lassen, wie es der Orkan geschaffen hat, und keine forstwirtschaftlichen Aktivitäten durchzuführen. Es entstand ein informeller Bannwald.

15 Jahre nach dem Sturmereignis befindet sich das Waldgebiet bereits in einem so natürlichen und guten Zustand, dass der Nationalpark Schwarzwald, dessen Verwaltung nun auch für den Wald rund um den Luchspfad zuständig ist, eine von zunächst vier Kernzonen des Nationalparks beim Luchspfad eingerichtet hat. In den Kernzonen ruht jegliche forstwirtschaftliche Aktivität. Die Kernzonen entsprechen einem Bannwald gemäß dem baden-württembergischen Waldgesetz. Die vier im Frühjahr 2015 eingerichteten Kernzonen des Nationalparks Schwarzwald sind: Plättig, Hoher Ochsenkopf/Nägeliskopf, Wilder See/Kleemüsse, Buhlbachsee/Hechliskopf. Innerhalb von 30 Jahren nach der Gründung des Nationalparks müssen die Kernzonen mindestens 75 Prozent der Fläche des Parks einnehmen. Der Luchspfad befindet sich zum Teil in der Kernzone Plättig, zum Teil innerhalb der Managementzone des Nationalparks, die am Rand des Nationalparks eingerichtet worden ist.


Noch nicht zufriedenstellend ist mit Stand Juni 2015 die Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit den Kernzonen des Nationalparks. Vor Ort befinden sich zur Zeit an den Außengrenzen des Nationalparks Schilder, die auf den Nationalpark hinweisen. Es sollte angestrebt werden, dass auch an den Außengrenzen der Kernzonen entsprechende Schilder aufgestellt werden. Die Kernzonen des Nationalparks sollten auch im Kartendienst der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) explizit verzeichnet werden. Alternativ sollte die Nationalparkverwaltung einen interaktiven Kartendienst schaffen, in dem die genauen Außengrenzen des Nationalparks, die Kernzonen, die Entwicklungszonen und die Managementzonen sowie die Besuchereinrichtungen verzeichnet sind.

Von den Zerstörungen des Orkans Lothar ist 15 Jahre nach dem Ereignis nicht mehr viel zu sehen. Der Jungwald ist auf den zerstörten Flächen bereits groß und dicht geworden. Teilweise ist der Wald so dicht, dass Menschen ihn nicht mehr durchdringen können. Im Bereich des Luchspfads befinden sich auch einige Wiesenflächen, auf denen Ski- und Wanderhütten stehen. Diese Wiesen sind zum größeren Teil nicht Bestandteil des Nationalparks. Es gibt im ganzen Nationalpark kein zweites Gebiet, in dem so viele Flächeninselchen bestehen, die nicht Bestandteil des Nationalparks sind.

Der Luchspfad führt auch durch Waldflächen, die vom Orkan Lothar nicht in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Der Wald macht auf diesen Flächen einen gesunden Eindruck. Es ist ein Tannen-Fichten-Buchen-Mischwald, der noch kaum Totholzanteile aufweist.
15 Jahre nach den Zerstörungen des Orkans Lothar trifft man im Verlauf des Luchspfads immer wieder auf riesige liegende tote Baumstämme und Wurzelteller.
Stehendes Totholz inmitten eines dichten Jungwalds beim Luchspfad
Die Bäume, die der Orkan Lothar umgelegt hat, blieben im Bereich des Plättig liegen. Lediglich im Verlauf des Luchspfads hat man ein Stück vom Baumstamm herausgesägt.
Vermodernder Baumstamm beim Luchspfad
Chaos aus Wurzeltellern, liegenden Baumstämmen und neuer Vegetation beim Luchspfad
Riesige Tannen im Verlauf des Luchspfads
Auch dieser Mischwald beim Plättig zeigt, dass schon seit Jahren keine forstwirtschaftlichen Aktivitäten mehr stattgefunden haben.
Granitfelsen mit Mischwald beim Luchspfad
Granitfelsengrupe im Waldgebiet Plättig im Nationalpark Schwarzwald
Blockmeer im Waldgebiet Plättig

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