Mittwoch, 2. September 2015

Durch das obere Schönmünztal zum Wilden See im Nationalpark Schwarzwald

Der Wilde See ist einer der großartigsten Karseen des Schwarzwalds und eines der bekanntesten Wanderziele im noch jungen Nationalpark Schwarzwald. Die ganz große Mehrzahl der Wanderer erreicht den Wilden See von oben her, aus Richtung Ruhestein an der Schwarzwaldhochstraße oder aus Richtung Darmstädter Hütte.

Heute wollen wir den Wilden See mal aus der anderen Richtung, vom Tal aus, erreichen. Das erfordert vom nächstgelegenen Parkplatz aus einen wesentlich weiteren Weg als man z.B. vom Ruhestein unter die Füße nehmen muss. Der Reiz einer Wanderung zum Wilden See vom Tal aus besteht darin, dass man hier durch eines der längsten Täler des noch jungen Nationalparks Schwarzwald geht. Das obere Schönmünztal zwischen der Ortschaft Zwickgabel und dem Wilden See befindet sich fast vollständig im Nationalpark. Wegen der Länge der Tour wird der Weg von Zwickgabel durch das Schönmünztal zum Wilden See jedoch nur selten unternommen.

Der größere Teil der Wanderung verläuft auf einer Forststraße neben der Schönmünz, einem sehr naturnahen Bach, entlang. Weiter oben vor dem Wilden See geht es auf Pfaden weiter. Das Forststraßennetz im oberen Schönmünztal innerhalb des Nationalparks wird wohl in den kommenden Jahren zum Teil oder ganz zurückgebaut. Das wird man abwarten müsssen. Die Tour durch das obere Schönmünztal zum Wilden See hat etwas ernsthaftes, ja feierliches. Man darf diese Tour nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es gibt in oberen Schönmünztal keinen Handyempfang. Man wird auch nur selten auf andere Wanderer treffen. Die Weglänge beträgt einfach 7,5 Kilometer. Hin und zurück sind somit 15 Kilometer zurückzulegen.


Wie kommt man hin?
In Baiersbronn-Schönmünzach biegt man von der B 462 in Richtung Westen auf das Sträßchen nach Zwickgabel ab. Ein Schild weist darauf hin, dass dieses Sträßchen keine Verbindung zur Schwarzwaldhochstraße hat. In Zwickgabel biegt man nach links (Süden) auf ein Sträßchen ab, das im oberen Schönmünztal noch ein Stück aufwärts führt. Man erreicht die Außengrenze des Nationalparks Schwarzwald (Schild). Bald darauf endet der für den öffentlichen Kraftfahrzeugverkehr zugelassene Straßenbereich. Dort befindet sich ein Parkplatz.   

Im Gebiet unterwegs
Vom Parkplatz im oberen Schönmünztal oberhalb von Zwickgabel folgt man stets dem Sträßchen bzw. dem Forstweg, der in der Nähe der Schönmünz talaufwärts führt. Das erste Zwischenziel ist die Häusergruppe Volzenhäuser. Diese Häusergruppe einschließlich der umgebenden Wiesenlichtung befindet sich nicht im Nationalpark. Sie ist aber vollständig vom Nationalpark umgeben. Bis zu der Häusergruppe ist das Sträßchen asphaltiert. 1,5 Kilometer hinter der Häusergruppe Volzenhäuser kommt man zu einer weiteren Wiesenlichtung. Diese Lichtung ist innerhalb des Nationalparks und wird wohl in den kommenden Jahren vom Wald zurückerobert werden.

2 Kilometer nach dieser zweiten Wiesenlichtung kommt man zu einer weiteren kleinen Lichtung mit Holzhütte und Forststraßenverzweigung. Hier befindet sich die Außengrenze der Kernzone Wilder See / Kleemüsse des Nationalparks. Im Sommer 2015 waren die Außengrenzen der Kernzonen des Nationalparks noch nicht beschildert. Man folgt nun dem Wegzeichen gelbe Raute des Schwarzwaldvereins und steigt auf einer Forststraße etwas steiler innerhalb der Kernzone des Nationalparks in Richtung Wilder See an.

Nach einiger Zeit heißt es aufpassen. Das Wegzeichen weist nun nach links. Man verlässt die Forststraße und folgt nun verschiedenen Pfaden hinauf zum Wilden See. Dort wo der Weg auf das Ufer des Wilden Sees trifft, kann man verweilen und die Stimmung dieses Karsees auf sich wirken lassen. Den Großteil des Ufers des Wilden Sees darf man nicht betreten. Man wird am Wilden See meist auf andere Wanderer treffen, die von oben her zum See herabgestiegen sind.

Siehe auch:
Wilder See im Nordschwarzwald im Post vom 09.10.2009 in diesem Blog


Oberhalb von Zwickgabel kommt man im Schönmünztal zu einer Wiesenlichtung, auf der drei Häuser stehen. Die Hausgruppe heißt Volzenhäuser. Die Wiesenlichtung ist nicht Bestandteil des Nationalparks. Sie ist aber auf allen Seiten vom Nationalpark umgeben.
Der Forstweg im oberen Schönmünztal führt stets in der Nähe der Schönmünz entlang. Der Bach fließt weitgehend ohne künstliche Verbauungen.
Oberhalb der Wiesenlichtung von Volzenhäuser kommt man zu einer weiteren Wiesenlichtung im Schönmünztal. Diese Wiesenlichtung liegt innerhalb des Nationalparks Schwarzwald. Man kann bereits sehen, wie der Wald nach und nach Besitz von der Wiesenlichtung nimmt. Spannend wird allerdings sein, ob das Wild durch Grasen auf der Wiesenlichtung den Übergang zum Wald verzögern oder sogar verhindern wird.
Bisweilen fließt die Schönmünz im oberen Schönmünztal über eine kleine Felsstufe.
Kurz vor dem Talschluss, dort wo das obere Schönmünztal steiler wird, stößt man auf eine weitere Hütte, umgeben von einer Wiesenlichtung. Hier beginnt mit Stand 2015 die Kernzone Wilder See / Kleemüsse des Nationalparks Schwarzwald.
Forststraße im hintersten Schönmünztal in der Kernzone Wilder See / Kleemüsse des Nationalparks Schwarzwald: In den Kernzonen des Nationalparks wird nicht mehr in die Dynamik der Natur eingegriffen. Über die Zukunft des Wegenetzes einschließlich der Forststraßen wird jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Es ist also durchaus möglich, dass diese Forststraße später mal rückgebaut bzw. in einen Pfad umgewandelt wird. 
Der Wald sieht in der Kernzone Wilder See / Kleemüsse des Nationalparks Schwarzwald bereits eine Spur wilder aus.
Blick vom Talschluss des Schönmünztals talauswärts: Das gesamte hier sichtbare Gebiet gehört zum Nationalpark Schwarzwald und ist fast vollständig bewaldet. Dies ist einer der abgelegensten und ruhigsten Bereiche des Nationalparks.
Beim Aufstieg vom Schönmünztal zum Wilden See kommt man zur Außengrenze des ehemaligen Bannwalds Wilder See - Hornisgrinde. Dieser Bannwald wurde durch das Nationalparkgesetz außer Kraft gesetzt, soweit er sich auf der Fläche des Nationalparks befindet. Der Nationalpark Schwarzwald tritt nun an Stelle dieses Bannwalds. Das auf dem Bild sichtbare Schild hat deshalb keine Bedeutung mehr. Die Nationalparkverwaltung sollte dieses Schild entfernen. Als Ersatz sollten die Außengrenzen der Kernzonen des Nationalparks beschildert werden.
Pfad im obersten Schönmünztal in der Nähe des Wilden Sees in der Kernzone Wilder See / Kleemüsse des Nationalparks Schwarzwald
In der Nähe des Wilden Sees in der Kernzone Wilder See / Kleemüsse des Nationalparks Schwarzwald: Dieses Gebiet war bereits einige Jahre vor der Schaffung des Nationalparks Bannwald. Entsprechend wild präsentiert sich der Wald.
Am Ostufer des Wilden Sees im Nationalpark Schwarzwald: Der Wilde See gehört zu den großartigsten Karseen des Schwarzwalds. Im Hintergrund sieht man die steile Karwand. Das hier sichtbare Waldgebiet wurde bereits vor über hundert Jahren als Bannwald ausgewiesen. Dies war der älteste Bannwald Baden-Württembergs und ist jetzt einer der ursprünglichsten Bereiche des neuen Nationalparks Schwarzwald. Das Ufer des Wilden Sees darf man nur in einem ganz kleinen Bereich in der Nähe des Abflusses des Sees betreten.

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