Dienstag, 13. September 2016

Rund um den Schurmsee, einem Karsee im Nordschwarzwald

Der Schurmsee ist wohl der natürlichste Karsee des Nordschwarzwalds. Sein Wasserspiegel wird in keinster Weise reguliert. Kein Erddamm wurde aufgeschüttet. Keine Staumauer oder Stauwand wurden installiert. Man hat auch nicht in den Lauf der Natur eingegriffen, indem man einen erfolgten Durchbruch des Wassers durch die Endmoräne des eiszeitlichen Kars rückgängig gemacht hat.

Es gibt im Nordschwarzwald Dutzende eiszeitlicher Kare. In der Mehrzahl der Kare gibt es keinen See mehr. Der See ist längst verlandet und nur noch eine Vermoorung und/oder eine Endmoräne zeugen vom einstigen See. Es gibt heute noch ca. zehn Karseen im Nordschwarzwald. Bei fast allen Karseen ist der Abfluss reguliert, das heißt, der Wasserspiegel ist etwas angestaut. Fast immer hat der Mensch bei diesen Seen das Verlanden des Sees zeitlich nach hinten geschoben.

Der Schurmsee ist als Geotop ausgewiesen. In der Geotopbeschreibung des Landesamts für Geologie heißt es, dass der Schurmsee in einem großen ausgeprägten, amphitheaterförmigen Kar im Steilhang des Vorderen Langecks in 795 m ü NN liegt. Der Karauslauf mit dem Vorderen Seebach öffnet sich in der Bausandsteinformation des unteren Buntsandsteins nach Osten. Die Wasserfläche des Sees ist ca. 1,6 Hektar groß. Im hinteren Bereich ist der See bereits vermoort. Der See ist bis zu 13 Meter tief. Hinter der Karmulde erhebt sich die mit 150 Meter Höhe und über 300 Meter Breite größte Karwand des Nordschwarzwalds.     


Der Schurmsee und seine unmittelbare Umgebung sind auch als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Naturschutzgebiet Schurmsee hat eine Fläche von 7,6 Hektar. Es wurde im Jahr 1985 ausgewiesen. In der Kurzbeschreibung zum Naturschutzgebiet heißt es bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz: Glazial geprägter See des Nordschwarzwalds mit See- und Moorablagerungen als Dokument der nacheiszeitlichen Vegetationsentwicklung. Verlandungszone mit stark gefährdeten nordisch-alpinen Pflanzen und Pflanzengemeinschaften.

Der Schurmsee und seine Umgebung sind auch gesetzlich geschützte Biotope gemäß  dem Naturschutzgesetz von Baden-Württemberg. Im einzelnen handelt es sich um die folgenden Biotope:
Schurmsee, Fläche 2,1 Hektar
Fichtenwald-Karboden am Schurmsee, Fläche 5,4 Hektar
Karwand Schurmsee, Fläche 12,3 Hektar
Tannenwald am Schurmsee, Fläche 8,5 Hektar
Karwand am Schurmsee, Fläche 11,8 Hektar

Wie kommt man hin?
In der Nähe des Schurmsees befindet sich keine Straße. Man kann den See nur nach längerem Anstieg erreichen. Vom Bahnhof Schönmünzach (Murgtalbahn) ist man 4,5 Kilometer bis zum Schurmsee unterwegs (Wegzeichen blaue Raute des Schwarzwaldvereins). Der zu bewältigende Höhenunterschied ist 350 Meter.

Rund um den Schurmsee unterwegs
Es ist nicht gestattet, an das Ufer des Schurmsees zu treten. Es gibt an einer Stelle Sitzbänke in Ufernähe. Der Weiterweg zum Ufer ist von dort durch ein Geländer unterbunden. Man kann den Schurmsee auf einem Forstweg umrunden. Auf der Seite der Karwand entfernt sich der Forstweg vom See. Der Rundweg um den See ist ca. 1,2 Kilometer lang.

Siehe auch:
Der Schurmsee war bereits einmal das Thema in diesem Blog im Post vom 16.11.2011.      

Der Schurmsee und seine unmittelbare Umgebung sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Der Seebach hat sich beim Abfluss vom Schurmsee durch die einstige Endmoräne des Kargletschers gegraben.
Der Abfluss vom Schurmsee (Seebach) fließt unter einem Forstweg hindurch. Der Seeabfluss wird jedoch in keinster Weise reguliert oder gestaut.
An einer Stelle befinden sich Sitzbänke in Ufernähe des Schurmsees. Der Weiterweg zum Seeufer ist jedoch nicht gestattet.
Die nachfolgenden Bilder sind von der Umrundung des Schurmsees aus aufgenommen.



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