Mittwoch, 12. April 2017

Die Beschilderung der Schwarzwälder Genießerpfade ist nicht vollumfänglich zufriedenstellend

Die vom Deutschen Wanderinstitut e.V. zertifizierten Premiumwege werden im Schwarzwald unter der Dachmarke der Schwarzwälder Genießerpfade betrieben.

Für die Beschilderung der Schwarzwälder Genießerpfade gibt es eine gemeinsame Vereinbarung vom Juni 2012 zwischen dem Schwarzwaldverein und den Naturparken des Schwarzwalds. Im Handbuch für Wegewarte im Schwarzwaldverein (2. Auflage 2015) ist diese Vereinbarung umgesetzt.

Im heutigen Post in diesem Blog wollen wir die Beschilderung der Schwarzwälder Genießerpfade kurz beschreiben. Dann soll auf Defizite bei der Beschilderung eingegangen werden. Schließlich gibt es Verbesserungsvorschläge. 
Neueste Nachricht: Diese Verbesserungsvorschläge sind im neuen Wander-Handbuch für den Schwarzwald, das am 29. März 2017 vorgestellt worden ist, allesamt umgesetzt.   

Die Vereinbarung zwischen dem Schwarzwaldverein und den Naturparken sieht an den Wegweiserstandorten im Wegverlauf der Genießerpfade jeweils ein Wegweiserblatt mit burgunderrotem Hintergrund vor, das den Wegnamen und das Bollenhut-Logo der Genießerpfade zeigt. Das Wegweiserblatt eines Genießerpfads befindet sich unmittelbar unter dem Wegweiserblatt des Schwarzwaldvereins für die entsprechende Gehrichtung.


Zudem gibt es im Wegverlauf zwischen den Wegweiserstandorten ein eigenes Wegzeichen für die Genießerpfade, das zusammen mit dem Raute-Wegzeichen des Schwarzwaldvereins angebracht wird. Das Wegzeichen umfasst das Bollenhut-Logo der Genießerpfade ohne Nennung des einzelnen Wegnamens. Das eigene Wegzeichen für die Genießerpfade wurde erforderlich, weil sonst eine Zertifizierung als Premiumweg nicht möglich gewesen wäre. 

Ziel der Vereinbarung zwischen dem Schwarzwaldverein und den Naturparken ist es, den Wildwuchs bei der Beschilderung der Wanderwege zu begrenzen und das seit dem Jahr 2000 aufgebaute einheitliche Wegesystem des Schwarzwaldvereins nicht allzu sehr zu stören.

Das System der Wegweiserblätter für die Genießerpfade weist Defizite auf
Das jetzt gewählte System mit den einheitlichen Wegweiserblättern für die Genießerpfade und dem einheitlichen Wegzeichen weist jedoch Defizite auf. Diese Defizite werden umso anschaulicher, als seit wenigen Jahren mit dem neuen Beschilderungskonzept Schwäbische Alb, das im Laufe der kommenden Jahre auf der gesamten Schwäbischen Alb einschließlich ihres Vorlands Anwendung finden soll, ein vergleichbares Konzept zur Verfügung steht, das die Rundwanderwege wesentlich besser abbildet.

Die Wegweiserblätter zeigen den Wegnamen, die Wegrichtung und das Weglogo der Genießerpfade. Das ist jedoch nicht ausreichend. Wanderer, die sich nicht vorher im Internet oder über Prospekte mit dem einzelnen Weg vertraut gemacht haben, können mit den Wegweiserblättern nur wenig anfangen. Damit erfüllen die Wegweiserblätter nicht ihren Zweck, der darin besteht, dass man Wanderungen im Schwarzwald auch ohne vorherige Recherche gehen kann.

Es fehlt ein Hinweis zum Rundwanderweg
Die Wegweiserblätter der Schwarzwälder Genießerpfade zeigen nicht, dass man es hier mit einem Rundwanderweg zu tun hat, der wieder an den Anfangspunkt zurückführt. Das würde man als Wanderer aber sehr gerne wissen. Nur wenn man weiß, dass es sich hier um einen Rundwanderweg handelt - und nicht um einen Streckenwanderweg -, könnte man den Weg vielleicht tatsächlich mal spontan ausprobieren. Es muss somit das Symbol für Rundwanderweg auf den Wegweisern aufgedruckt sein. Platz dafür ist reichlich vorhanden. Bei den neuen Wegweiserblättern für die örtlichen Rundwanderwege auf der Schwäbischen Alb ist das Symbol für Rundwanderweg aufgedruckt.

Es fehlt ein Hinweis auf die Länge des Rundwanderwegs
Als spontaner Wanderer will man aber nicht nur wissen, ob man es mit einem Rundwanderweg oder einem Streckenweg zu tun hat. Man will auch wissen, wie lang der Rundwanderweg ist. Die Länge in Kilometern sollte deshalb ebenfalls auf den Wegweiserblättern der Schwarzwälder Genießerpfade aufgedruckt sein. Denn die Länge des Wegs entscheidet darüber, ob man im Einzelfall diesen Weg tatsächlich gehen könnte oder ob der Weg eher nicht in Frage kommt. Platz für die Angabe der Weglänge ist auf den Wegweiserblättern ebenfalls reichlich vorhanden. Bei den neuen Wegweiserblättern für die örtlichen Rundwanderwege auf der Schwäbischen Alb ist stets die Weglänge des Rundwanderwegs angegeben.

Es fehlen Angaben zu den Zwischenzielen
Die Wegweiserblätter für die Schwarzwälder Genießerpfade sind unmittelbar unterhalb der Wegweiserblätter des Schwarzwaldvereins für die jeweilige Gehrichtung montiert. Allerdings führt ein Genießerpfad oft nicht an allen Zwischenzielen vorbei, die auf den Wegweiserblättern des Schwarzwaldvereins angezeigt werden. Wanderer, die im Verlauf des Genießerpfads gehen möchten, können somit nicht mit Sicherheit erfahren, an welchen Zwischenzielen der Genießerpfad vorbeiführt. Hier müsste man die Beschilderung der Genießerpfade so ändern, dass auf den Wegweiserblättern der Genießerpfade verschiedene Zwischenziele mit der Entfernung angegeben werden.

Der Wegname sollte auf den Schildern zwischen den Wegweiserstandorten angegeben sein
Auf den Schildern zwischen den Wegweiserstandorten sind nur das Bollenhut-Logo und der Schriftzug Genießerpfade angegeben. Wünschenswert ist, dass zusätzlich der jeweilige Wegname des Genießerpfads angegeben wird. 

Hoffen wir, dass die Vorgaben des neuen Wander-Handbuchs für den Schwarzwald bald flächendeckend auch für die Schwarzwälder Genießerpfade umgesetzt werden, so dass der Titel dieser Pfade dann auch tatsächlich mit der Wirklichkeit übereinstimmt.
Beschilderung im Verlauf der Schwarzwälder Genießerpfade zwischen den Wegweiserstandorten: Der Wegname des jeweiligen Genießerpfads fehlt.
Wegweiser im Verlauf eines Schwarzwälder Genießerpfads: Es fehlen das Symbol für Rundwanderweg, die Weglänge und die vom Genießerpfad berührten Zwischenziele.
Wegweiser auf der Schwäbischen Alb im Rahmen des neuen Beschilderungskonzepts: Örtliche Rundwanderwege erhalten einheitlich grüne Wegweiser. Angegeben sind das Symbold für Rundwanderweg, die Weglänge des Rundwanderwegs, der Wegname und das Weglogo. Diese Angaben reichen aus, um einen solchen Wanderweg auch ohne vorherige Recherche spontan zu gehen. 
Zwischenwegweiser im Verlauf eines Premiumwegs im Rahmen des neuen Beschilderungskonzepts Schwäbische Alb: Angegeben sind der Wegname, das Symbol für Rundwanderweg, die Weglänge, das Weglogo, der Name der Premiumweggruppe und die Wegrichtung.

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