Sonntag, 27. Dezember 2009

Bannwald Maienberg bei Dobel




Der Bannwald Maienberg im Nordschwarzwald im Landkreis Calw wurde am 11. Januar 2002 verordnet mit einer Fläche von 121,7 Hektar. Somit gehört dieser Bannwald zur ersten Liga der Waldschutzgebiete in Baden-Württemberg. Der Bannwald umfasst die Gipfelkuppe sowie die Hänge des Maienbergs, einem Bergsporn, der in das oberste Albtal bei Bad Herrenalb hineinragt.

Einen Besuch des Bannwalds kann man unten im Tal bei Bad Herrenalb beginnen. In diesem Fall muss man etwas anstrengend einen Höhenunterschied von 350 Höhenmetern zurücklegen. Einen überraschend einfachen Zugang zum Bannwald bietet Dobel, ein Höhenluftkurort auf der Hochfläche zwischen dem Albtal und dem Enztal an der Landesstraße L 340 Bad Herrenalb - Enztal.

Beginnt man den Spaziergang in der Ortsmitte von Dobel (Bushaltestelle) verlässt man die Hauptstraße über die Wildbader Straße nach Süden. Die Straße steigt leicht an. Bald biegt man rechts in die Höhenstraße ab und hat hier bereits die Höhenlage des Maienberggipfels erreicht. Man folgt der Höhenstraße an Sportplätzen vorbei (hier auch Parkmöglichkeit) bis zum sogenannten Pfützenhäusleplatz, einer Wegkreuzung im Wald mit Steinkreuz. Dort geht man geradeaus weiter und muss sich nach ca. 100 Metern entscheiden, ob man im Uhrzeigersinn oder gegen den Uhrzeigersinn über den Maienberg und durch den oberen Teil des Bannwalds gehen will.

Für eine Runde gegen den Uhrzeigersinn folgt man dem geradeausführenden Weg (Gidesweg) leicht abwärts und später wieder leicht aufwärts. Der Weg führt am Nordhang des Maienbergs entlang und macht später eine 180 Grad - Schleife, um über den Gipfel des Maienbergs wieder zurückzuführen. Will man die Runde im Uhrzeigersinn machen, biegt man ca. 100 Meter nach dem Pfützenhäusleplatz halblinks ab und steigt in einer leichten Schleife etwas an bis zur Ilsebank. Dort geht rechts der Maienbergkopfweg ab, der bald auf die Gipfelkuppe und zum Bannwald leitet. Ohne Orientierungsprobleme erreicht man am Ende der Gipfelkuppe die 180 Grad - Schleife und wird automatisch am Nordhang des Bergs wieder zurück zum Pfützenhäusleplatz geführt. Von / bis Dobel hat dieser Spaziergang eine Länge von 7 Kilometern. 

Durch zauberhaften Winterwald führt ein bequemer Spaziergang von Dobel zum Maienberg mit dem Bannwald.

Auf der Gipfelkuppe des Maienberg tritt man aus dem geschlossenen Hochwald heraus und gelangt auf die vom Jahrhundertorkan Lothar am Zweiten Weihnachtsfeiertag 1999 zerstörte Fläche.

Ziemlich genau 10 Jahre nach der Jahrhundertzerstörung wächst im Gebiet des Maienberg bereits wieder ein überraschend hoher Wald. Darunter sind auch Birken, sogenannte Pionierbäume.

An Stelle des früheren wirtschaftlich genutzen Walds ist auf dem Maienberg nun ein natürlicher Wald getreten, ein Wald voller Schönheit und Anmut.

In den ersten Jahren nach dem Jahrhundertorkan hatte man von der Gipfelkuppe des Maienberg eine Fernsicht in alle Richtungen. Davon ist jetzt nur noch wenig übriggeblieben. Bald wird der Wald jegliche Sicht verdecken.

Zwischen den rasch wachsenden Jungbäumen sieht man noch vereinzelt die Überbleibsel der vergangenen Zerstörung. Dieses Totholz hat eine wichtige Funktion im Ökosystem Wald, denn es bietet exklusiven Lebensraum für hunderte darauf spezialisierter Tier- und Pflanzenarten.

Über das Albtal bei Bad Herrenalb hinweg blickt man vom Maienberg auf den Ort Bernbach, dahinter kann man die Höhen des Pfälzer Walds jenseits des Oberrheintals erahnen.


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