Samstag, 17. August 2013

Der Farrenkopf bei Hausach im Mittleren Schwarzwald

Der Farrenkopf ist ein Berggipfel im Mittleren Schwarzwald südlich des Kinzigtals. Die Höhe von 789 m ü NN mag nicht besonders eindrucksvoll erscheinen. Jedoch wird der Farrenkopf auf allen Seiten von den tief eingeschnittenen Tälern des Kinzig-Systems begrenzt. Dadurch ergeben sich große Höhenunterschiede zwischen dem Gipfel und den umliegenden Tälern.

Im Osten des Farrenkopfs verläuft das Gutachtal von Süd nach Nord, im Norden befindet sich das Kinzigtal bei Hausach und im Westen nagt ein Seitental des Kinzigtals, das Tal bei Mühlenbach, am Gipfel. Über den Sattel Büchereck hängt der Farrenkopf in Richtung Süden mit der Hochfläche des Mittleren Schwarzwalds zusammen.


Der Westweg, der bekannteste Fernwanderweg des Schwarzwalds, führt über den Farrenkopf. Hierbei muss man von Hausach im Kinzigtal einen Höhenunterschied von beachtlichen 550 Metern bewältigen. Einen Teil dieses Höhengewinns gibt der Westweg im weiteren Verlauf in Richtung Süden gleich wieder ab.

Die relative Höhe des Farrenkopfs ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer guten Aussicht. Der Farrenkopf ist vollständig bewaldet. Nur in Richtung Osten wird seit einigen Jahrzehnten eine Schneise im Wald aufrechterhalten, so dass sich in diese Himmelsrichtung eine Aussicht ergibt. In der wikipedia wird der Farrenkopf als der "Rigi des Mittleren Schwarzwalds" bezeichnet. Das würde jedoch nur zutreffen, wenn der Gipfel des Farrenkopfs waldfrei wäre. Vielleicht war es mal so in früheren Jahrhunderten, als es im Schwarzwald wegen der intensiven Holznutzung wesentlich weniger Wald gab als heute.

Die zum Großteil fehlende Aussicht vom Farrenkopf zeigt jedoch auch ein wenig die Problematik, vor der der Tourismus und Fremdenverkehr im Schwarzwald heute stehen. Es wäre zu überlegen, ob man auf dem Gipfel des Farrenkopfs nicht einen Aussichtsturm erbauen könnte. Alternativ könnte man sich innovative Lösungen überlegen, wie zum Beispiel einen horizontal vom Gipfel weg verlaufenden "Skywalk", vielleicht in der Form eines Hufeisens. Sowohl Aussichtsturm als auch Skywalk hätten auf die Natur so gut wie keinen negativen Einfluss. Sie würden jedoch den touristischen Wert der Gegend beträchtlich steigern.    

Wie kommt man hin?
Der nächstgelegene Ausgangspunkt für eine Besteigung des Farrenkopfs ist der Straßenpass Büchereck südlich des Gipfels. Über diesen Pass verläuft die Straße, die das Gutachtal im Osten mit dem Elztal im Westen verbindet. Im Gutachtal zweigt diese Straße südlich des Orts Gutach von der Bundesstraße 33 ab. Im Elztal zweigt die Straße bei Oberprechtal-Dorf von der Elztalstraße ab. 

Vom Büchereck folgt man der Markierung Rote Raute des Westwegs in Richtung Norden. Die Entfernung vom Büchereck zum Gipfel des Farrenkopfs ist ca. 2,5 Kilometer, der zu bewältigende Höhenunterschied ist ca. 160 Meter.

Die von 1989 bis 1992 vom Schwarzwaldverein Gutach erbaute Büchereckhütte befindet sich wenige Meter nördlich des Bergsattels Büchereck am Weg vom Büchereck zum Farrenkopf und im Verlauf des bekannten Fernwanderwegs Westweg. Zur Not könnte man in dieser geräumigen Hütte mit Schlafsack und Isomatte auch übernachten.
Auf dem Gipfel des Farrenkopfs befindet sich die Hasemannhütte, die nach dem Kunstmaler Wilhelm Hasemann (1850-1913) benannt ist. Seine Bilder porträtieren unter anderem die Gutacher Tracht und die Schwarzwaldgehöfte.
Blick vom Farrenkopf in Richtung Ostnordosten: Tief unten verläuft das Gutachtal, die Gutach fließt von rechts nach links. Dahinter erheben sich die Berge zwischen Gutach- und Kinzigtal südöstlich von Wolfach.
Blick vom Farrenkopf in Richtung Ostsüdosten: Unten im Tal sieht man einige Häuser des Ortes Gutach. Das Gutachtal steigt nach rechts außerhalb des Bilds an in Richtung Triberg.
   

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