Montag, 30. August 2010

Das Zastler Loch - ein steiles Stück Feldberg


Der Feldberg, der höchste Berg des Schwarzwalds, hat verschiedene Gesichter. Am Gipfel befindet sich ein größeres Plateau und die Südhänge sind eher sanft. Anders sieht es hingegen im Norden aus. Dort gibt es steile Hänge und Kare. Dazu gehört das sogenannte Zastler Loch. Dies ist ein besonders tief eingeschnittenes Kar direkt nördlich des Feldberg-Höchsten.

Das Zastler Loch ist ein sogenanntes Treppenkar, das heißt es besteht aus mehreren untereinanderliegenden Stufen. Es wurde während unterschiedlicher Gletscherstände gebildet. Die Steilheit der Karwände ermöglicht nur biegsamen Laubhölzern, sich anzusiedeln. Die zentralen Lawinenbahnen sind gehölzfrei. Tatsächlich gibt es im Winter und im Frühjahr hier Lawinen. Man könnte allerdings kontrovers diskutieren, ob dies letztendlich ein vollkommen natürlicher Vorgang ist oder ob zumindest indirekt nicht doch der Mensch hierfür verantwortlich ist.

Zwar greift der Mensch in die Steilhänge des Zastler Lochs nicht direkt ein. Jedoch wird zum Beispiel auf der Gipfelhochfläche des Feldbergs Weidewirtschaft getrieben. Dadurch wird verhindert, dass sich auf der Gipfelhochfläche biegsame Hölzer ansiedeln können. Diese biegsamen Hölzer wären in der Lage, den Flugschnee zurückzuhalten, so dass er sich nicht auf der Nordwestseite des Feldberggipfels am oberen Rand des Zastler Lochs ansammelt. Die dortige Schneeansammlung ist letztendlich für die Lawinen verantwortlich.

Die Schneeansammlung (Wächten) am oberen Rand des Zastler Lochs - Osterrain genannt -  braucht bis in den Frühsommer hinein, bis sie vollständig weggetaut ist. Dies dürfte der am längsten in den Sommer hinein bestehende Winterschnee von Baden-Württemberg sein. Dieser Wächtenrand am Osterrain ist ein Geotop.

Im Zastler Loch befindet sich die bewirtschaftete Zastler Hütte auf einer Höhe von 1262 m ü NN. Man kann das Zastler Loch aus verschiedenen Richtungen erreichen. Vom Feldberg-Höchsten kann man direkt nach Norden zum Zastler Loch absteigen, oder man geht zunächst nach Westen und an der Wilhelmer Hütte vorbei. Man kann die Zastler Hütte auch von unten her aus dem Zastler Tal, das bei Kirchzarten in das Dreisamtal mündet, erreichen. Mit dem Auto kann man hierbei bis zu einer Höhe von ca. 900 Meter fahren. Der nächste mit dem Auto erreichbare Punkt ist der Rinkensattel auf einer Höhe von 1196 Meter, der von Hinterzarten aus angefahren werden kann. Der neu als Prermiumweg zertifizierte Feldbergsteig führt ebenfalls durch das Zastler Loch.

Der Steilhang im Zastler Loch lässt wegen der dort regelmäßig auftretenden Lawinen kaum Baumwuchs zu.
Blick aus mittlerer Höhenlage im Zastler Loch hinab auf die Zastler Hütte.
Die Zastler Hütte sowie das Zastler Loch befinden sich innerhalb des Naturschutzgebiets Feldberg, des größten Naturschutzgebiets in Baden-Württemberg.
Blick von Norden zum Zastler Loch sowie zum Turm auf dem Feldberg-Höchsten
       

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