Mittwoch, 25. Januar 2012

Zu Fuß von Bad Wildbad auf den Sommerberg

Den Sommerberg - Hausberg der Schwarzwälder Kurstadt Bad Wildbad - kann man auf unterschiedliche Weise erreichen. Man kann mit der Sommerbergbahn, einer Standseilbahn, hinauffahren (siehe den Post vom 20.01.2012). Man kann auch mit dem Auto auf einer sehr steilen Straße bis zu einem Großparkplatz ca. 50 Höhenmeter unterhalb des Gipfelplateaus fahren. Oder man kann zu Fuß auf den Sommerberg steigen, wobei auch hier verschiedene Wege zur Auswahl stehen.

In diesem Post geht es um einen Weg, der sich jeweils so nah wie möglich an die Trasse der Sommerbergbahn hält. Ausgangspunkt ist die zentrale König-Karl-Straße an der Enz in Bad Wildbad. Von der Talstation der Sommerbergbahn geht man die König-Karl-Straße noch wenige Meter flussaufwärts und biegt dann nach rechts in die Straubenbergstraße ab. Die Straubenbergstraße führt ca. 80 Meter aufwärts und knickt dann nach links ab. Nur wenige Meter nach dem Straßenknick erblickt man auf der rechten Seite bergwärts einen Turm. Dieser Turm beherbergt eine öffentlich begehbare Wendeltreppe, die zur Bätznerstraße hinaufführt.
Eine in einem Turm befindliche Wendeltreppe führt von der Straubenbergstraße hinauf zur Bätznerstraße in Bad Wildbad.


Der obere Ausgang der Wendeltreppe auf die Bätznerstraße

Blick aus dem obersten Stockwerk des Wendeltreppenturms in Richtung Enztal und zum gegenüberliegenden Berghang des Meistern.
Man überquert nun die Bätznerstraße und folgt dahinter einer Treppenanlage, die weiter am Berg hinaufführt. Diese Panoramatreppe genannte Anlage mündet in die Panoramastraße. Man folgt der Straße nach rechts und überquert die Trasse der Sommerbergbahn mit einer Brücke.

Unmittelbar hinter der Brücke führt ein Pfad nach links in den Wald. Nun geht es im Wald aufwärts bis zum sogenannten Hangweg, einem im oberen Teil des Sommerberghangs verlaufenden Forstweg. Wenn man dem Hangweg nach links folgt, kommt man wieder zu einer Brücke über die Trasse der Sommerbergbahn. Für den Weiterweg zur Bergstation der Sommerbergbahn überquert man jedoch den Hangweg lediglich und folgt dahinter einem Pfad weiter aufwärts. Dieser Pfad zeichnet sich durch seine fast unzähligen Kehren aus.  
Die Panoramatreppe führt von der Bätznerstraße hinauf zur Panoramastraße.

Im oberen Teil des Anstiegs zum Sommerberg folgt man einem Serpentinenweg durch urwüchsigen Wald.
Schließlich erreicht man die Bergstation der Sommerbergbahn.
Auf dem Sommerberg bei der Bergstation der Sommerbergbahn
Man kann nun auf demselben Weg wieder nach Bad Wildbad absteigen. Man kann auch mit der halbstündlich verkehrenden Sommerbergbahn hinabfahren. Oder man kann einen der zahlreichen fast ebenen Wege auf dem Sommerberg ausprobieren (siehe auch den Post vom 11.09.2010). Der Höhenunterschied der beschriebenen Wanderung beträgt 300 Meter, die Länge ist ca. 1,4 Kilometer.  

Freitag, 20. Januar 2012

Die neue Sommerbergbahn bei Bad Wildbad

10 Monate lang war die Sommerbergbahn bei Bad Wildbad wegen umfangreicher Erneuerungs- und Instandsetzungsarbeiten stillgelegt. Am 30. September 2011 wurde die Standseilbahn wieder in Betrieb genommen. 

Die Bahn verfügt nun über zwei neue Panoramawagen. Waren die alten Wagen der am 23. Mai 1908 eröffneten Bahn noch in den Farben grün, gelb und weiß gehalten, präsentieren sich die neuen Wagen jetzt in rot-beigen Farbtönen. Die verglaste Fläche der neuen Wagen ist im Vergleich zu den alten Wagen sehr viel größer, so dass man jetzt die Schwarzwaldlandschaft bei der Fahrt noch besser genießen kann. An der Außenseite der beiden Wagen sind nun die Schriftzüge Bad Wildbad und Sommerbergbahn mit großen Buchstaben aufgetragen.

Ein Wagen der Sommerbergbahn überquert die Bätznerstraße in Bad Wildbad.
Blick von der Brücke der Panoramastraße talwärts in Richtung des Zentrums von Bad Wildbad: rechts im Bild sieht man die Zwischenhaltestelle Panoramastraße der Sommerbergbahn.
Blick von der Brücke der Panoramastraße in Richtung Ausweichstelle und Bergstation
Die beiden Wagen der Sommerbergbahn begegnen sich an der Ausweichstelle in Streckenmitte.
Blick von der neu errichteten Brücke des Hangwegs in Richtung Bergstation: der Hangweg ist ein Forstweg, der die Trasse der Sommerbergbahn quert.
Blick von der Brücke des Hangwegs talwärts in Richtung Ausweichstelle
Die Strecke der Sommerbergbahn ist 738 Meter lang. Die Bahn überwindet einen Höhenunterschied von 291 Metern. Die Talstation liegt auf einer Höhe von 428 m ü NN, die Bergstation auf 719 m ü NN und die Panoramastation auf 500 m ü NN. Die maximale Steigung der Bahn ist 53 Prozent. Die Fahrgeschwindigkeit der Bahn beträgt bis zu 7 Meter / Sekunde (=25 Kilometer/Stunde). Die neuen Wagen bieten Platz für 75 Fahrgäste. Die Bahn fährt jede halbe Stunde, jeweils zu den Minuten 30 und 60.

Thema des nächsten Posts ist eine Wanderung von Bad Wildbad auf den Sommerberg, die jeweils so nah wie möglich an der Trasse der Sommerbergbahn entlangführt.   

Dienstag, 17. Januar 2012

Seensteig von Baiersbronn-Mitteltal bis Zuflucht, Teil 2

Dies ist der zweite hintereinanderfolgende Post zum Seensteig-Abschnitt vom Wildgehege Ellbach bei Baiersbronn-Mitteltal bis zur Zuflucht im Hauptkamm des Nordschwarzwalds. Im letzten Post ging es um den Abschnitt vom Wildgehege Ellbach bis zum aussichtsreichen Grubensattel. Heute setzen wir die Wanderung fort vom Grubensattel bis zur Zuflucht, einem Ort auf dem Hauptkamm des Nordschwarzwalds in der Nähe der Schwarzwald-Hochstraße.


Vom Grubensattel bis kurz vor die Schwarzwald-Hochstraße verläuft der Seensteig auf Forstwegen. Der Weg steigt ständig an, allerdings lange nicht mehr so steil wie im ersten Teil. 

Blick vom Seensteig zum Ellbachkopf (links der Bildmitte), rechts im Mittelgrund ist der Grubensattel. Man kann auf dem Bild auch den Forstweg erkennen, über den der Seensteig unterhalb des Ellbachkopfs sowie vom Grubensattel bis zum Aufnahmestandort verläuft.
Schließlich erreicht der Seensteig bei der Zollstockhütte den Hauptkamm des Nordschwarzwalds. Auf einem schmalen Streifen erstrecken sich hier die sogenannten Grinden. Das sind Borstgraswiesenflächen, die durch Viehbeweidung offengehalten worden sind.
Der Seensteig überquert die Schwarzwaldhochstraße. Die Schwarzwaldhochstraße ermöglicht einerseits einen schnellen Zugang zu vielen Sehenswürdigkeiten im Hauptkamm des Nordschwarzwalds. Andererseits führt die Straße mitten durch die sensibelsten Naturgebiete des Nordschwarzwalds und verlärmt weite Gebiete beidseits der Straße.
Die Grindenflächen des Nordschwarzwalds sind in verschiedenen Naturschutzgebieten geschützt. Hier quert man das Naturschutzgebiet Kniebis-Alexanderschanze. Dieses 190 Hektar große Naturschutzgebiet wurde im Jahr 1996 verordnet.
Nach der Querung der Grindenfläche und der Schwarzwaldhochstraße taucht der Seensteig wieder in den Wald ein. Bald trifft man auf den Westweg, den bekanntesten Fernwanderweg des Schwarzwalds. Man folgt dem Westweg nach rechts bis zur Zuflucht. Dort befinden sich eine Bushaltestelle und Parkplätze.

Der in diesem und im letzten Post vorgestellte Wegabschnitt des Seensteigs ist ca. 6,5 Kilometer lang, der zu bewältigende Höhenunterschied ist ca. 320 Meter. Bereits vor dem Antritt der Wanderung muss man sich Gedanken über die Rückkehr machen. Ist das Auto beim Wildgehege Ellbach geparkt, kann man selbstverständlich von der Zuflucht auf demselben Weg zurückgehen. Man kann die Tour auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln unternehmen. Mit dem Bus fährt man nach Baiersbronn-Mitteltal. Von dort geht es zu Fuß zum Wildgehege Ellbach. Von der Zuflucht fährt man mit dem Bus über Freudenstadt wieder zurück. Die Busse fahren täglich, allerdings teilweise nur wenige Mal am Tag. Vor dem Antritt der Tour sollte man sich die Busfahrpläne ansehen.   

Samstag, 14. Januar 2012

Seensteig von Baiersbronn-Mitteltal bis Zuflucht, Teil 1

Der Seensteig ist ein vom Deutschen Wanderverband mit dem Label Qualitätsweg Wanderbares Deutschland ausgezeichneter Weg. Der Weg verläuft in fünf Tagesetappen über die Gemarkung von Baiersbronn, der nach Stuttgart flächengrößten Kommune in Baden-Württemberg. Hierbei führt der Seensteig an allen Karseen in diesem Bereich des Nordschwarzwalds vorbei. Bis zum Sommer 2012 soll der Seensteig neu zertifiziert werden. Der Grund ist eine neue Wegführung im Bereich des Schurmsees (siehe auch den Post vom 23.11.2011).

In den Posts vom 27.05. und vom 01.06.2011 ging es um die Etappe des Seensteigs vom Bahnhof von Baiersbronn bis Baiersbronn-Mitteltal. Nun ist die Fortsetzung an der Reihe, von Baiersbronn-Mitteltal bis zur Zuflucht an der Schwarzwaldhochstraße.

Ausgangspunkt ist das Wildgehege Ellbach südlich von Baiersbronn-Mitteltal. Die Zufahrt von Mitteltal erfolgt über die Ellbachstraße (ca. 1,6 Kilometer vom Zentrum Mitteltal bis zum Wildgehege). Am Straßenende am Waldrand befindet sich ein Wanderparkplatz. Mitteltal hat auch Linienbusanschluss.
Dies ist das Markierungszeichen des Seensteigs. Der Seensteig verläuft fast durchgehend auf den mit den gelben, blauen oder roten Rauten des Schwarzwaldvererins markierten Wegen. Das Seensteigzeichen ist zusätzlich zu den Rauten vorhanden.

Vom Wildgehege Ellbach steigt der Seensteig zuerst steil, dann gemächlich hinauf zum ersten Zwischenziel, dem Grubensattel.
Der erste Teil des Anstiegs vom Wildgehege Ellbach zum Grubensattel verläuft auf einem Pfad. Auf dem größeren Teil des Wegs folgt der Seensteig jedoch Forstwegen.

Der Grubensattel befindet sich zwischen dem Ellbachkopf und dem Hauptkamm des Nordschwarzwalds. Der Orkan Lothar hat in der Umgebung des Grubensattels ganze Waldflächen umgelegt. Dadurch hat man jetzt eine gute Aussicht.
Auf dem Grubensattel befindet sich eine Liegebank.
Blick vom Grubensattel in Richtung Osten auf ein vom Orkan Lother weitgehend zerstörtes Waldgebiet beiderseits des Tals des Guten Ellbachs
Blick vom Grubensattel in Richtung Norden über das Tal des Bösen Ellbachs hinweg: man kann sich förmlich vorstellen, wie der Orkan Lothar vor über 10 Jahren auf dem Bergkamm im Mittelgrund gewütet hat.

Vom Grubensattel steigt der Seensteig weiter an zu den Grindenflächen auf dem Hauptkamm des Nordschwarzwalds. Darüber mehr im nächsten Post. 
Anstieg vom Grubensattel in Richtung Zuflucht: im Mittelgrund erhebt sich die bewaldete Kuppe des Ellbachkopfs, der Grubensattel ist rechts davon.
 
   

Sonntag, 8. Januar 2012

Buhlbachsee bei Baiersbronn-Obertal

Der Buhlbachsee gehört zu den ca. ein Dutzend Karseen des Schwarzwalds. Diese Smaragde liegen versteckt in den dunklen Wäldern. Stets ist ein mehr oder weniger langer Fußweg erfordlich, um diese Seen zu erreichen. Im Halbrund um die Seen erheben sich steile, dicht mit Nadelbäumen bestockte Hänge. Dies sind die Wände des von Gletschern der letzten Eiszeit ausgeschürften Kars.

Der Buhlbachsee befindet sich in den Gesteinen des Mittleren Buntsandsteins. Die nahezu kreisrunde Karwanne ist in Richtung Nordwesten geöffnet. Die steilen Karwände ragen bis zu 120 Meter über dem See auf. 

Am Buhlbachsee ist das Phänomen der Verlandung deutlich zu sehen. Im Laufe der Zeit wird aus dem Buhlbachsee auf diese Weise ein Niedermoor und dann ein Hochmoor. Die Verlandung schreitet nicht nur von den Rändern des Sees aus fort, sondern auch von der Seemitte aus, wo sich eine Verlandungsinsel gebildet hat.   

Geheimnisvoll, von Verlandungsflächen umgeben, präsentiert sich der Buhlbachsee. Die schräg stehende Spätherbstsonne wirft lange Schatten.
Man kann den Buhlbachsee aus dem Tal und von der Hochfläche aus erreichen. Der kürzere Weg ist von der Hochfläche her. 

Von der Schwarzwaldhochstraße B 500 zweigt die Landesstraße L 92 in Richtung Oppenau ab. Nur wenige hundert Meter nach der Abzweigung erreicht man die "Zuflucht" genannte Stelle. Dort befinden sich ein Gasthaus, das zur Jugendherberge umgebaut wurde, eine Bushaltestelle und Parkplätze. Von der Zuflucht erreicht man den Buhlbachsee mit der Beschilderung des Schwarzwaldvereins in ca. 2 Kilometern. Hierbei überquert man die Schwarzwaldhochstraße und steigt dann entlang der Steilwand des Buhlbachseekars zum Buhlbachsee hinab.

In Baiersbronn Obertal zweigt man von der L 401 in Richtung Westsüdwesten ab bis zur Buhlbachsaue. Dort befindet sich ein Wanderparkplatz. Die Entfernung bis zum Buhlbachsee ist ca. 5.8 Kilometer. Obertal hat auch Linienbusanschluss. Von der Bushaltestelle ist der Zugangsweg zum See ca. 1,5 Kilometer länger.     

Dienstag, 27. Dezember 2011

Naturschutzgebiet "Blindsee bei Hundsbach"

Der Blindsee ist kein See, sondern ein Moor. Aber möglicherweise ist der Name Blindsee doch passend. Er ist wohl so gemeint, dass es sich hier um ein Seenauge handelt, das blind, also nicht mehr vorhanden ist. 

Nach dem Ende der letzten Eiszeit und dem Rückzug der vor allem auf den Hochplateaus des Schwarzwalds sowie an den Nord- und Osthängen vorhanden gewesenen Gletscher blieben im Schwarzwald zahlreiche Kare zurück, deren abflusslose Bodenmulden sich mit Wasser füllten. Ca. zehn dieser Karseen sind heute noch erhalten. Viele der ehemaligen Karseen sind heute vollständig verlandet und bewaldet. Beim Blindsee liegt ein Zwischenstadium vor. Der See ist bereits verschwunden, das entstandene Moor ist jedoch noch offen und weitgehend ohne Bewaldung. Damit stellt das Naturschutzgebiet Blindsee eine Besonderheit dar. 

Der Blindsee liegt in einer Höhe von ca. 800 m ü NN. Die Karmulde ist nach Ostsüdosten geöffnet, die umgebenden Karwände sind bis zu hundert Meter hoch. Die Moorfläche hat eine Ausdehnung von ca. 3 Hektar. Das im Jahr 1985 ausgewiesene Naturschutzgebiet hat eine Fläche von 6,2 Hektar.

Wenn man den heutigen Zustand mit etwas älteren Bildern vergleicht, fällt eine zunehmende Bewaldung, zunächst mit Pionierbaumarten und noch kleinen Baumgrößen auf. Ob es sich hier um die natürliche Entwicklung vom See über das Moor hin zu einem Wald handelt oder ob menschliche Einflüsse diese Entwicklung in irgendeiner Weise beschleunigen, ist nicht klar.

Das zur Gemeinde Forbach gehörende Hundsbach ist die dem Blindsee in Luftlinienentfernung nächstgelegene Ortschaft, daher auch der Name des Naturschutzgebiets. Hundsbach liegt im Rauhmünzachtal, einem linken (westlichen) Seitental des Murgtals, das bei Rauhmünzach in das Murgtal mündet. Der Blindsee liegt jedoch bereits am Hang des südlichen Nachbartals des Rauhmünzachtals, des Langenbachtals mit dem zur Gemeinde Baiersbronn gehörenden Ort Zwickgabel. Einen Besuch des Blindsees wird man somit eher im Langenbachtal beginnen.

Am Rand eines Forstwegs weist ein Schild auf das Naturschutzgebiet Blindsee bei Hundsbach hin. Ein Trampelpfad führt von dort zum Rand der Moorfläche.
Die Moorfläche darf man auf keinen Fall betreten. Leider halten sich nicht alle Besucher daran.
Vom Rand des Moors erobern immer mehr Bäume die feuchte Fläche.
Noch kann die Herbstsonne ungehindert auf das Moor leuchten.
Ein Stück weit fühlt man sich nach Skandinavien versetzt.
Im Naturschutzgebiet Blindsee bei Hundsbach gibt es keine Einrichtungen für Besucher. Die Naturschutzbehörde sieht es nicht gern, wenn allzu viele Menschen das Gebiet aufsuchen. Andererseits spricht nichts dagegen, auf dem Pfad wenige Meter vom am Rand des Schutzgebiets verlaufenden Forstweg zum Rand der vermoorten Fläche zu gehen. Der nächstgelegene mit dem Auto erreichbare Ort ist Zwickgabel im Langenbachtal (Abzweigung vom Murgtal in Schönmünzach). Zwickgabel hat auch Linienbusanschluss (nur wenige Fahrten am Tag). Von Zwickgabel erreicht man den Blindsee mit der Markierung gelbe Raute in 5,5 Kilometern. Von Schönmünzach ist man 8,4 Kilometer unterwegs, von Hundsbach 6,5 Kilometer.          

Dienstag, 20. Dezember 2011

Renchtalsteig von Alexanderschanze bis Zuflucht

Der Renchtalsteig ist ein im Jahr 2010 eingerichteter Wanderweg, der in fünf Tagesetappen rund um das Renchtal führt. Der Wanderweg ist insgesamt 98,1 Kilometer lang, die Tagesetappen schwanken zwischen 16,5 und 23,6 Kilometer.

Nun ist es bei weitem nicht jedermanns Sache, eine mehrtägige Wanderung zu unternehmen. Auch Weglängen um die 20 Kilometer will man nicht an jedem Tag unter die Füße nehmen. Gefragt sind in der Regel Wanderungen von 10 bis 15 Kilometern Länge, bei denen man idealerweise wieder zum Ausgangspunkt zurückkommt bzw. bei denen es vom Ziel eine zuverlässigen Rückfahrmöglichkeit gibt.

Der Abschnitt des Renchtalsteigs von der Alexanderschanze bis zur Zuflucht im Hauptkamm des Nordschwarzwalds bietet die Möglichkeit, den Renchtalsteig kennenzulernen, ohne eine mehrtägige bzw. lange Tour zu unternehmen und ohne Rückfahrprobleme. Der Wegabschnitt zwischen Alexanderschanze und Zuflucht ist ca. 10 Kilometer lang. Zurück kann man entweder den Bus entlang der Schwarzwaldhochstraße nehmen. Oder man geht im Verlauf des Westwegs zurück, der mit 3,5 Kilometern eine viel kürzere Route zwischen Zuflucht und Alexanderschanze einschlägt als der Renchtalsteig. Zusammen wäre man bei der Rundtour also 13,5 Kilometer unterwegs.

Das Markierungszeichen des Renchtalsteigs ist in kurzen Abständen und an den Wegverzweigungen vorhanden.
Die Alexanderschanze erreicht man über die Bundesstraße 28 von Freudenstadt oder von Offenburg. Bei der Alexanderschanze zweigt die Schwarzwaldhochstraße, die B 500, von der B28 ab. Neben der B28 befindet sich ein Wanderparkplatz. Es gibt auch Linienbusverkehr von Freudenstadt über Kniebis zur Alexanderschanze. Auf dem ausführlichen Renchtalsteigwegweiser bei der Alexanderschanze ist die Zuflucht nicht als Ziel angegeben. Man folgt dem Wegweiser mit Ziel Schliffkopf.  

Von der Alexanderschanze, die auf dem Hauptkamm des Nordschwarzwalds liegt, steigt man im Verlauf des Renchtalsteigs zunächst auf der Renchtalseite des Hauptkamms ein wenig ab, bis man im hintersten Renchtal auf die gefasste Renchquelle stößt. 

Der Renchtalsteig bei der Alexanderschanze an den obersten Hängen des Renchtals: das Gebäude links oben befindet sich auf der Zuflucht, ganz rechts oben sieht man das Schliffkopfhotel. Der Renchtalsteig führt nicht auf direktem Weg zur Zuflucht, sondern auf einem weit nach links (Südwesten) ausholenden Umweg über die Renchtalhütte.
Blick über das oberste Renchtal
Die gefasste Renchquelle
Von der Renchquelle folgt der Renchtalsteig dem Bergrücken in Richtung Südwesten, der das oberste Renchtal vom Lierbachtal trennt.

Zwischen der Renchquelle und der Renchtalhütte kommt man an einem weiteren Brunnen, dem Brandbrunnen, vorbei.
Nach einiger Zeit erreicht man einen Bergsattel, in dem sich die Renchtalhütte befindet. Dort beschreibt der Renchtalsteig eine Spitzkehre und folgt nun der Westseite - der Lierbachtalseite - des Bergrückens in Richtung Zuflucht. Hierbei steigt der Renchtalsteig nun stetig an. Die Sicht auf das Renchtal mit seinen Seitentälern und darüber hinaus auf die Oberrheinebene und bei klarem Wetter auf die Vogesen wird immer besser. Weiter oben muss man genau auf die Markierung achten, denn der Renchtalsteig beschreibt einige Kehren und wechselt hierbei auch von den Forstwegen auf Pfade.

Blick vom Renchtalsteig auf das Lierbachtal, ein Seitental des Renchtals
Traumblick vom Renchtalsteig über das Lierbachtal, das Renchtal und die unter einer herbstlichen Nebeldecke verborgene oberrheinische Tiefebene hinweg auf die am Horizont schimmernden Vogesen. Die massige Schwarzwalderhebung links im Bild ist die Hochfläche der Moos.
Nach einiger Zeit erreicht man einen Parkplatz in der Nähe der von Oppenau im Renchtal hinauf zur Zuflucht führenden Straße. Dort befindet sich auch ein Drachenfliegerstartplatz. Auf einem neuangelegten Pfad geht man nun in der Nähe dieser Straße zur Zuflucht. Kurz vor der Zuflucht führt der Weg mitten durch eine historische Schanzenanlage.

Die Zuflucht besteht aus einem großen Gebäude (Jugendherberge), einem Parkplatz und einer Bushaltestelle. Bei der Zuflucht stößt man auf den berühmten Westweg des Schwarzwaldvereins, der in 3,5 Kilometern und ohne wesentliche Höhenunterschiede zur Alexanderschanze zurückführt.