Freitag, 11. Mai 2012

75 Jahre Naturschutzgebiet Feldberg


Das Naturschutzgebiet Feldberg ist im Jahr 2012 75 Jahre alt geworden. Mit einer Fläche von zur Zeit 4.226,7 Hektar ist dies heute das größte Naturschutzgebiet in Baden-Württemberg. Das Gebiet umfasst den höchsten Gipfel des Schwarzwalds sowie von Baden-Württemberg. Gleichzeitig ist der Feldberg der höchste Gipfel in Deutschland außerhalb der Alpen.

Auf der Internetseite der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (www.lubw.de) sind zur Entstehung des Naturschutzgebiets Feldberg die folgenden Daten verzeichnet:
  • Am 11.02.1937 hat das Badische Ministerium des Kultus und Unterricht das Naturschutzgebiet Feldberg verordnet (das Bundesland BW gab es damals noch nicht; ein Umweltministerium gab es damals ebenfalls noch nicht).
  • Am 24.02.1937 wurde die Verordnung im Amtsblatt des Ministeriums veröffentlicht.
  • Am 24.04.1952 wurde die Verordnung erneuert und am 15.05.1952 im Badischen Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht (das Land Baden-Württemberg wurde erst am 25.04.1952 gegründet).
  • Am 27.09.1991 wurde die Verordnung erneuert und am 12.11.1991 im Gesetzblatt von Baden-Württemberg veröffentlicht.


Im Rahmen der Neuverordnung von 1991 wurde das Naturschutzgebiet beträchtlich vergrößert. Andererseits wurden Gebiete zwischen Feldberg-Seebuck und Grafenmatt aus dem Schutzgebiet herausgenommen. Denn dort waren zwischenzeitlich Skilifte gebaut worden. Anscheinend war die Naturschutzgebietsverordnung von 1937 nicht stark genug, um diese Eingriffe zu verhindern.

Naturschutzgebiete gemäß dem Baden-Württembergischen Naturschutzrecht sind nicht zwangsläufig Wildnisgebiete ohne Einwirkungen des Menschen. Zwar gibt es zwischenzeitlich auch im Naturschutzgebiet Feldberg verschiedene Bannwälder, in denen sich zukünftig wieder ein Urwald entwickeln kann. Der größere Teil des Gebiets wird jedoch durch Nutzungen verschiedener Art, z.B. durch die Schafbeweidung geprägt.

Und so bleibt eine wichtige Frage unbeantwortet. Ist der Feldberggipfel nun von Natur aus unbewaldet oder ist dies auf menschliche Eingriffe zurückzuführen? Klar dürfte sein, dass der Feldberggipfel unterhalb der für diesen Breitengrad anzunehmenden natürlichen Waldgrenze liegt, ganz im Gegensatz z.B. zum Gipfel des Brocken im Harz, der oberhalb der für seinen Breitengrad bestehenden Waldgrenze liegt. Andererseits herrschen im Bereich des exponierten Feldberggipfels immer wieder Stürme mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h. Und da ist es fraglich, ob unter diesen Bedingungen Bäume emporwachsen könnten. Wäre jedoch der Feldberggipfel bewaldet, sähe manches anders aus. Dann gäbe es keine Anhäufung von Schnee auf dem Gipfel, dann gäbe es keine Wächten auf der Nordseite, die manchmal bis in den Juli hinein bestehen bleiben und dann gäbe es keine Lawinenbahnen an den Nordhängen.
Blick vom Feldberg-Seebuck hinab zum Feldsee, einem der schönsten Karseen des Schwarzwalds
Das Gipfelplateau des Feldbergs ist unbewaldet.
Während des Kalten Kriegs standen auf dem Gipfelplateau des Feldbergs verschiedene militärische Bauten. Sie konnten inzwischen abgebaut werden, so dass sich jetzt wieder ein harmonisches Landschaftsbild ergibt.
Blick vom Feldberg in Richtung Belchen: rechts im Mittelgrund sieht man ein Stück abgestorbenen Walds. Dies ist ein Teil des Bannwalds Napf, einer von mehreren Bannwäldern im Naturschutzgebiet Feldberg. Die Fichten, die jetzt vom Borkenkäfer befallen werden, kommen natürlicherweise dort gar nicht vor. Man kann gespannt sein, welchen Wald die Natur an Stelle der Fichtenmonokultur zukünftig wachsen lässt.
Lawinenbahn im obersten Zastler Loch an der Nordseite des Feldbergs: hier wachsen keine Bäume, allenfalls biegsame Sträucher, die im Winterhalbjahr ihre Blätter abwerfen.

    
      

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